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Und manchmal uriniere ich Dopamin!

7. Mai 2016

boho Look

Ich war immer hier, aber es kam der Punkt, als das hier nicht mehr reichte. Vielleicht hatte ich dazu gelernt, vielleicht hatte ich zu viel erfahren, was ich nie erfahren wollte… Im Nachhinein kann ich es nicht genau benennen, aber ich weiß, dass mich die Geister, die so unglaublich kleinkariert sind, angetrieben haben, neue Ufer zu erreichen und auszubrechen aus dem, was aus kleinkarierter Sicht völlig ok und normal erscheint.

Die Zeit war einfach reif für meinen persönlichen Sturm, der Gedanken aufgemischt hat, die tief verborgen unter all dem Belanglosen lagen. Früher war es immer ein dahintreiben, heute ist es ein Leben-eine Art Wanderung auf der Umlaufbahn. Und nun habe ich eine ganz andere Sicht auf die Welt. Das Wort Ewigkeit bekommt eine neue Bedeutung, viel tiefgründiger als die Werke von Kafka, weil für die Ewigkeit gemacht, nicht bedeutet, dass es für immer bleibt.

Ich bin vieles gewesen und nichts davon geblieben. Vielleicht stimmt der Satz, den mein Neffe auf seiner Brust tättowiert hat, „nichts ist für die Ewigkeit“, ja doch!?!

Streetstyle

Wie auch immer, es scheint so, als wäre die Vergangenheit länger als die Zukunft und ich will das beste machen, aus dem was da noch kommt. Deshalb habe ich den Glauben ans Scheitern verloren, dieser hält schließlich nur auf und ab von dem, was sich schon in Gedanken richtig und gut angefühlt hat. Selbst die Berliner Mauer wurde zum Einsturz gebracht und meine eigene war auch an der Zeit und genau so ist es jetzt gut. Ohne Mauern lässt es sich besser leben, weil alles erreichbarer wird und sich leichter anfühlt, so leicht, wie sich Kinderbücher lesen. Jetzt weiß ich, wie es ist Dinge anders zu sehen und das egal was auch passiert, immer die Sicht die Dinge verändert.

Die Zukunft ist gerade jetzt, also warum warten, auf was auch immer, bis sie vielleicht vorbei ist? Wir können uns umsehen, ohne uns den Kopf zu verdrehen und was wir dann sehen, ist, dass jedes Warten ein großes Risiko ist, denn viele Chancen über viele Jahre hinweg wird es nicht mehr geben, wenn es einfach nur weitergeht wie jetzt.

Ich habe mich für Tabula rasa entschieden und es ist tatsächlich weniger gefährlich als gedacht. Viel mehr ist es nun ein anderes wahrnehmen der Umgebung, der Welt und auch meiner selbst. Ich wundere mich mehr und in anderer Hinsicht weniger. Mehr Ungerechtes wird sichtbar, aber auch mehr Hoffnung, dass Veränderung wirklich funktioniert. Es ist als hätte ich zwei neue Augen bekommen, die klarer sehen, wobei ich früher nie dachte, dass meine alten Augen einen Schleier tragen. Doch nun habe ich den Vergleich und ich kann nicht leugnen, dass ich geblendet war, von dem was gerne vorgaukelt wird, von dem was als Wichtig angepriesen wird. Ich war Teil einer Welt, eines Systems, welches gnadenlos agiert und stets auf den eigenen Vorteil aus ist. Vielleicht werde ich mich nie ganz davon lösen können, aber ich konnte mich selbst reflektieren und erkennen, dass ich doch mehr als gedacht, dazu beitragen kann, Ungerechtigkeiten nicht hinzunehmen oder gar zu unterstützen. Nie wollte ich, dass andere Menschen oder Tiere meinetwegen Leid ertragen müssen und auch wenn ich nicht gänzlich daran Schuld bin, habe ich es in Kauf genommen um mich so wenig wie möglich einschränken zu müssen. Ich habe geduldet, dass unsere Umwelt zerstört wird und das wir an dem Punkt angekommen sind, an dem klar ist, dass all die von Menschenhand verursachten Probleme sofort beseitigt werden müssen.

Diese Selbstreflexion war zwar kurze Zeit schmerzhaft, aber nun bin ich glücklicher denn je und manchmal uriniere ich Dopamin, denn ich weiß, dass ich etwas zum Guten bewirken kann und das wir es alle können. Die Zeit ist reif und wir sollten uns alle die Hände reichen und diesen wunderschönen Planeten zusammen umarmen und in unsere schützende Obhut nehmen.

Ruhrstyle

 

 

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4 Comments

  • Reply Christine 11. Mai 2016 at 10:55

    Gerade den Absatz mit dem Scheitern sollte ich mir zu Herzen nehmen. Manchmal hat man davor so viel Angst, dass man die Dinge erst gar nicht angeht oder ernsthaft in Betracht zieht. Eigentlich sehr schade…
    Dabei kann einem ja eigentlich gar nichts passieren und trotzdem erschreckt uns der Gedanke immer wieder.

    Haha, die Story von eurer Tour war jetzt aber auch gut. Vor allem, dass die Hütte zu hatte… ja, so läuft es manchmal einfach! Aber das mit den Vätern ist ja eh so eine Sache. Wenn deiner die Tour auch noch geplant hatte, erst recht. Meiner musste halt mitziehen, da darf man ja noch jammern… 😉

    • Reply beccs@ruhrstyle 12. Mai 2016 at 7:51

      Genau von dieser Angst, die uns so dermaßen in unserer Entfaltung einschnürrt, sollten wir uns unbedingt befreien. Es gibt so einen schönen Spruch: „Am Ende bereut man nicht die Dinge, die man getan hat, sondern die, die man nicht getan hat.“

  • Reply CHRISTINA KEY 10. Mai 2016 at 19:01

    Wow! Ein super inspirierender Beitrag! Vielen Dank für diese tolle Inspiration! 🙂
    Ich finde auch man sollte einfach das hier und jetzt genießen! Im Ende kommt alles, was man irgendwie plant
    sowieso immer anders, deswegen sollte man lieber die Zeit nutzen und das Jetzt genießen!

    Sehr coole Fotos übrigens! 🙂

    XX,

    Photogaphy & Fashion Blog

    http://www.CHRISTINAKEY.com

    • Reply beccs@ruhrstyle 12. Mai 2016 at 7:53

      Vielen Dank liebe Christina. Du sagst es, im Grunde können wir sowieso nicht weit in die Zukunft planen, also lieber einfach mal machen und Chancen die sich täglich ergeben nutzen, bevor es irgendwann zu spät ist.

      liebste Grüße
      Rebecca

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