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so geht´s auch: Mr. & Mrs. Green

19. Februar 2016

Timetothink!(1)

Vor kurzem war ja wieder einiges los im dicken B oben an der Spree. Ok, Berlin ist immer ziemlich voll aber so ab und an herrscht sogar Ausnahmezustand. Die Plätze in der Bahn sind von Damen in auffälliger Robe belegt und das klackern der High Heels hallt durch die Stadt. Es blitzt überall und man kommt sich vor wie in einem überdimensionalen Fotostudio. It´s Fashion Week Time…

Promis, Blogger, Einkäufer und Journalisten tummeln sich vor den Laufstegen auf denen Models mal mehr, mal weniger extravagant, die Prototypen präsentieren, die schon bald als Massenware für jedermann erhältlich sind. Sehr zur Freude der Fashionistas, sehr zum Leid der vielen anderen. Es steht wohl außer Frage, dass irgendwer und irgendwas auf der Strecke bleibt, wenn in derartig hohen Ausmaß produziert und so billig verkauft wird. Und ja, das hat uns zu interessieren!

Textilfabrik Rana Plaza

creative commons lisenz

Es ist noch nicht lange her, das eine Textilfabrik in Bangladesh einstürzte. 1227 Tote! 2438 Verletzte! Musste wirklich erst so eine Katastrophe passieren damit sich der Blick auf solch menschenverachtende Arbeitsbedingungen richtet und warum ändert sich nichts?

Es ist ganz einfach: das Geschäft mit Mode ist wirtschaftlich lukrativ, besonders wenn in Ländern mit extrem niedrigen Produktions – und – Lohnkosten produziert wird, da so natürlich die Gewinnmargen der Labels enorm sind. In Deutschland zum Beispiel, sind 9 von 10 Bekleidungsartikeln aus eben diesen Ländern.

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© Nils Reinke-Dieker, Larissa Starke, Friederike Wolf

Und während wir hier unsere Kleiderschränke, ach was schreibe ich da, unsere Ankleidezimmer füllen, begehen indische Farmer Massensuizide, kleine Kinder lassen sich durch Pestizide vergiften und rackern auf Baumwollfarmen bis zur endgültigen Erschöpfung und junge Frauen sitzen ca 16 Stunden pro Tag in der Textilfabrik. (nachzulesen in Kirsten Broddes Buch „Saubere Sachen“)  Doch es geht nicht nur um arbeitsrechtliche Aspekte. In Zeiten des Klimawandels kommt zudem ein weiter Faktor hinzu, der die Menschen nach verantwortungsvoller Mode greifen lassen sollte: Die Textilindustrie gehört zu den größten Ressourcenverschwendern und Umweltverschmutzern auf diesem Planeten. Eine Jeans wird nicht nur mit Chrom gebleicht, sondern verbraucht in ihrer Produktion auch noch bis zu 8.000 Liter Wasser. Makaber, aber ein mittlerweile verbreitetes Sprichwort besagt: “ Die Trendfarbe der nächsten Saison kann man in Chinas Flüssen sehen.“ Ebenso Makaber: Hersteller von Outdoor und Sportbekleidung werben mit einem Image, was Liebe zur Natur, Gesundheit und Fitness suggeriert. Wie Greenpeace jedoch bei einem Test herausfand, sind gerade diese Artikel voll von polyfluorierten Chemikalien. Das sind Stoffe, welche die Kleidung wasserdicht machen und Fett sowie Schmutz abweisen. Diese Substanzen gelangen in die Nahrung, das Grundwasser und die Luft und gefährden so die Gesundheit der Menschen und die Umwelt, so Greenpeace.

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© Gigie Cruz-Sy/Greenpeace

Und jetzt mal ganz deutlich! Wenn euch Primark und Co Läufer schon nicht die Menschen in dieser Produktionskette interessieren, dann vielleicht die Auswirkungen auf unsere Umwelt…denn ist diese im Arsch, sind wir das hier auch!

Und wo dann kaufen?

Zum Glück gibt es mittlerweile immer mehr Labels und Shops, die sich unserer Verantwortung bewusst sind und deshalb auf Slow Fashion setzen. So auch der Hamburger Online Shop Mr. & Mrs. Green, mit welchem ich diesen Artikel betreffend zusammenarbeite. Mir ist es wichtig Alternativen zu H&M, Primark, Zara und Co bekannt zu machen und so freue ich mich, nun ein wenig über Mr. & Mrs. Green berichten zu dürfen. Ist das nicht übrigens ein wundervoller Name?

Gegründet wurde der Store von Britta und Ilka, die ihr Interesse an der ökologischen Lebensweise zu einer Lebenseinstellung gemacht haben. Der Name Mr. & Mrs. Green passt da wie die Faust aufs Auge und es muss wohl niemand lange rätseln, welche Philosophie dieser Store verfolgt.

Alle angebotenen Artikeln stammen aus einer fairen und nachhaltigen Produktion und um dies zu gewährleisten, achtet Mr. & Mrs. Green bei der Auswahl der Hersteller auf Qualitätssiegel wie GOTS, IVN Best, Naturland, Fairtrade und Vegan. Was die einzelnen Siegel bedeuten, könnt ihr im angegeben Link nachlesen.

Das Sortiment umfasst schöne Freizeit und Buisnesskleidung, so wie Accessoires zu erschwinglichen Preisen sowohl für Damen als auch für Herren. Im Shop vertreten sind unter anderen Hersteller wie Bleed, Continetal, Living Crafts, Lana und slowmo.

Eine interessante und besondere Funktion  ist „Be The Buyer„. Besucher/Kunden können in diesem Bereich vorgestellte Artikel bewerten und so aktiv mit entscheiden, welche hübschen Teile im Shop landen sollen. Die beliebtesten Artikel werden nach einer Auswertung zu Gewinnern gekürt. Außerdem gibt es dort auch die Möglichkeit, sich per Mail benachrichtigen zu lassen, sobald einer dieser Artikel bei Mr. & Mrs. Green verfügbar ist.

Jetzt möchte ich euch noch meine momentanen Lieblingsstücke aus dem Shop zeigen:

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  1. Shirt mit Wasserfallkragen von Madness
  2. T-Shirt gestreift von recolution.
  3. Kleid pastell gelb von slowmo.
  4. Gürtel aus Kork von Bleed.
  5. Shorts von recolution.

 

 

 

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