Blog Leben

Kommentare: wie ehrlich darf ich sein?

13. März 2016

Eine Frage bitte

Die Bloggerwelt ist wahrlich verrückt und manchmal habe ich das Gefühl, sie ist zu viel für mein Gemüt; oder bin ich zu viel für ihr Gemüt? Wie auch immer, ich bin von Tag zu Tag entzückter darüber, dass ich nicht weiter darauf gehofft und gepocht habe zu den „normalen“ Fashion Blogs zu gehören. Normal in dem Sinne, dass Primark Hauls toll sind und ein Scheiß darauf gegeben wird, wo Klamotten her kommen und wer sie gemacht hat. Öhm ja, eigentlich ist das jetzt aber gar nicht das Thema. Heute geht es eher darum, was beim kommentieren erlaubt ist und was nicht…

So habe ich doch zum Beispiel heute in der früh, also wenn ihr den Beitrag zu lesen bekommt gestern, in meinem Postfach und das ist jetzt kein Scherz, 6 Mails von Blogs die ich abonniert habe- die ich noch abonniere, weil ich mal vor einiger Zeit so ne richtige Fashionbloggerin werden wollte und weil ich zu faul bin zu entfolgen- mit dem Thema:  „Wie kombiniere ich eine Bomberjacke?“ Hä? Wie geht denn das? Sprechen die sich etwa alle ab?

Shit! Ich stecke nicht drin, ich bin nicht in. Ich bin out, weil ich mich bereits in den 90ern an diesen Jacken sattgesehen habe und auch die Tatsache, dass es Bomberjacken nun in rosa gibt, ändert nichts an der Tatsache, dass diese Dinger lediglich an heißen Piloten mit passender Sonnenbrille und Flugzeug gut aussehen und das auch nur im Film. Wenn ich bedenke, dass einige Fliegerjacken in den 30er und 40er Jahren als Bomber jacket bezeichnet wurden, hab  ich irgendwie einen bitteren Geschmack im Mund, auch wenn das natürlich unsinnig ist. Aber wie auch immer, darf ich nun auf dem ein oder anderen Blog meine ehrliche Meinung über Bomberjacken schreiben? Darf ich denen, die schreiben, was nun der aktuelle Trend ist, mitteilen, dass diese Art Jacke nur ein Revival feiert, weil Cara Delivigne sie an einem kühlen Tag von ihrer Mutter ausgeliehen hat, weil ihre 30 anderen Jacken zufällig kaputt waren? Darf ich mitteilen, dass das einzig positive an diesem Trend ist, dass nun vielleicht endlich mal widerlegt wird, dass nur Rechtsgesinnte in der MA-1 rummarschiren?

Okay, es geht mir nicht explizit um dieses Beispiel und meine Zeit wäre mir zu kostbar um sechs sich ziemlich ähnelnde Beiträge zu kommentieren, aber immer wieder stellt sich mir die Frage, wie ehrlich darf ich als Leser, aber auch als Blogger wirklich sein!?!

Gestern Abend lese ich, um noch ein Beispiel zu nennen, einen Beitrag von einer Bloggerin auf Facebook. Sie hat auf einem stinknormalen Flohmarkt Klamotten verkauft und teilte nun mit, das sie den Erlös gespendet hat und an welche Organisationen diese Spenden gingen. Ich persönlich fand das toll und lobenswert und ich wäre nie auf die Idee gekommen nun weiter nachzubohren. Andere haben es gemacht und Fragen zum Gesamterlös und dergleichen gestellt. Fragen die so formuliert waren, dass ein kritischer Unterton beim Lesen herauszuhören war. Ich habe dieses nachbohren nicht verstanden und es somit auch kritisiert, aber hätte die Bloggerin dieses Beitrages, dies auch selbst tun dürfen? Hätte sie schreiben dürfen, dass ihr dieses nachfragen auf den Sack geht und das es doch etwas Gutes war, was man auch einfach mal als etwas Gutes hinnehmen kann, oder hätte so ein Kommentar ihrerseits dazu geführt, dass sie als Zicke deklariert worden wäre?

Das man weder in einem Kommentar noch in einem Beitrag beleidigend wird, steht außer Frage; aber was ist mit Kritik?

So habe ich vor einiger Zeit mal auf einem Fashion Blog auf welchem regelmäßig über Hauls bei Primark und Co berichtet wird einen Kommentar verfasst, der zwar den Look an sich gelobt, aber ebenso beinhaltet hat, welche Produktionsbedingungen bei diesem Kaufrauschgiganten herrschen. Mein Kommentar wurde nie freigegeben. Da frage ich mich doch als Leser, was das soll.

Ebenso habe ich selbst erst kürzlich zwei Kommentare zu meinem Beitrag „Rassisten seid ihr doch“ nicht veröffentlicht, weil sie mir zu sehr in die Rechte Ecke gingen. War das vielleicht falsch? Hätte ich das Recht der freien Meinungsäußerung in diesem Fall nicht ebenso tolerieren sollen, wie ich es von der Fashion Bloggerin bezüglich meines Kommentars erwartet habe?  Fakt ist, ich wollte solche Kommentare auf meinem Blog nicht haben. Ich möchte solche Menschen auf meinem Blog nicht haben. Andererseits schreibe ich nun einmal nicht nur über Ponyhof-Themen und somit kann ich wohl auch nicht davon ausgehen nur schöne und nette Antworten auf meine Beiträge zu erhalten. Dennoch ging es mir zu weit, eventuellem Rassismus ein Forum zu bieten und ich bin sehr froh, dass solche Kommentare bisher nur diese zwei Male vorgekommen sind.

Aber gut, mal abgesehen von solchen Extremen, wo ist die Grenze? Was dürfen Blogger für Beiträge verfassen, wie weit dürfen Leser beim kommentieren gehen und wie darf man als Blogger auf Kommentare antworten?

Ich persönlich bin da ziemlich schmerzfrei, so lange niemand persönlich beleidigt wird. In meinen Beiträgen bin ich ehrlich und direkt und ebenso in meinen Kommentaren auf anderen Blogs. Genauso wünsche ich mir solche auch auf meiner Seite. Aber wie ist eure Meinung dazu? Ist Ehrlichkeit wirklich das A und O, oder wollen die meisten lieber einen Punta Rosa Blog?

 

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19 Comments

  • Reply Sabine 23. März 2016 at 14:19

    Erstmal danke für den Teil mit der Bomberjacke. Die fand ich in den 90ern schon scheiße, und dass sie jetzt ein Revival erfahren gefällt mir gar nicht. Denn mal abgesehen davon, dass ich sie einfach hässlich finde, assoziere ich mit Bomberjacken ebenfalls Rechtsgesinnte (deshalb würde ich auch nie Londsdale tragen).
    Die Frage zur Ehrlichkeit in den Kommentaren habe ich mir noch nie gestellt, finde sie aber sehr spannend und habe mir erstmal über mein eigenes Kommentierverhalten Gedanken gemacht. Das ist tatsächlich erstmal sehr nett. Meistens kommentiere ich, wenn ich ein Gericht nachgekocht habe. Sehr viel seltener beteilige ich mich an Diskussionen wie dieser hier. Nehme ich Anregungen aus Artikeln mit, trage ich sie in die Offline-Welt und diskutiere sie da. Mit einem Gegenüber fällt es halt leichter zu diskutieren und ist direkter.
    In meinem eigenen Blog habe ich sehr selten Kommentare, und wenn, dann von Leuten mit Rückfragen oder solchen, die meine Rezepte nachgekocht haben. Was Negatives war noch nie dabei. Welche also würde ich löschen oder trotz Kritik veröffentlich? Ganz klar: Alles, was gegen die Netiquette verstößt würde nicht veröffentlicht werden. Wie bei dir die Kommentare mit rechtem Gedankengut.
    Was ist mit Kritik? Bspw.: „Hab’s nachgekocht, hat mir nicht geschmeckt“. Weder konstruktiv noch beleidigend, also würde ich es wohl veröffentlichen. Was wäre mit „scheiß Rezept!“.? Da müsste ich tatsächlich überlegen, weil es einfach keinen Mehrwert bietet.
    Generell finde ich, dass man in Kommentaren ehrlich sein sollte. Konstruktiv, klar. Nicht beleidigend, auch klar. Sich verbiegen, nur um nett sein, bringt aber auch nichts. Dann lieber gar nicht kommentieren. Und wenn Kommentare nicht veröffentlicht werden: Einfach das Thema aufgreifen und einen eigenen Artikel dazu schreiben!

    • Reply beccs@ruhrstyle 29. März 2016 at 19:34

      Liebe Sabine,

      entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Wir sind momentan mit unserem Womo auf Tour und ich habe nun seit Tagen das erste Mal wieder Internet 🙂
      Ich freue mich auf jeden Fall, dass du dich hier beteiligt hast und dann auch noch mit einem so ausführlichen und guten Kommentar. Ich denke so wie du das auf deinem Blog handhabst, ist es absolut richtig.

      viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Limalisoy 23. März 2016 at 11:46

    Ich finde es sehr lobenswert, ehrlich gemeinte Kritik zu bekommen und nicht in dem dahinschmelzenden Honig lieb gesäuselter Worte zu versinken. Wo bleibt die Message? Kommentare sind zum Austausch da, zum Anregen von Gedanken oder um mal seinen Senf zum Thema dazuzugeben.
    Lieber ehrliche Kritik als dummes und nichtssägendes Geschwatze!
    Im Übrigen finde ich eine Mischung von Blogthemen sehr interessant – Fashionblogs interessieren mich nicht, ich mach´ eh mein Ding!
    Liebe Grüße
    Yvonne

    • Reply beccs@ruhrstyle 23. März 2016 at 12:08

      Jap, ich bin da voll bei dir!
      Als reiner Fashion Blog habe ich ja angefangen, aber es war nicht so meins, wie ich gedacht habe. Nur Outfits zu präsentieren ohne einen sinnvollen Text hat mich gelangweilt.

      viele Grüße
      Rebecca

  • Reply tara 20. März 2016 at 13:41

    hallo rebecca :-),
    ich mag deinen blog und setze mal ein lesezeichen ;-).

    dein posting ist interessant. für die meisten bloggerinnen ist der grund geld im weitesten sinne – bzw. im speziellen marketing. viele wollen ihre eigenen produkte verkaufen oder erhalten werbeieinnahmen von anderen herstellern. aufrichtige kommentare (inkl. negative sind damit kontraproduktiv) – und bei politik + religionen schlagen sich die menschen bekanntlich sowieso die köppe ein.

    damit hat sich mein lesen von „schönen“ (?) blogs, deren betreiberInnen ich sogar persönlich ein wenig kenne – reduziert auf ZERO! grundsätzlich im realen leben ist konstruktive kritik natürlich der beste lehrmeister (sag´ich meinen kids auch)

    mein interesse zielt auf integere personen, die mich mit ihren outputs weiterbringen oder impulse setzen in mir.
    in diesem sinne
    gruß
    tara

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. März 2016 at 19:43

      Liebe Tara,

      erst einmal: Ich freue mich, dass dir mein Blog gefällt.

      Für mich ist es vollkommen legitim, wenn Blogger mit ihren Beiträgen Geld verdienen möchten, aber gerade dann und besonders wenn es um Werbung für ein bestimmtes Produkt steht, sollte aufrichtigkeit an oberster Stelle stehen. Allerdings verstehe ich was du mit „kontraproduktiv“ meinst… Verständnis habe ich für diese Vorgehensweise nicht und ja, es ist schon irgendwie ein korrumpierbares Verhalten. Traurig!

      viele Grüße und ich freu mich wenn du wieder vorbeischaust 🙂
      Rebecca

  • Reply Aina 14. März 2016 at 19:51

    Schöner Beitrag. Ehrlichkeit ist wichtig und ich glaube sie kann, wenn sie „von Herzen kommt“ dazu führen, dass wir uns weiterentwickeln ;).
    Natürlich darf aber jeder für sich prüfen, was er von der Kritik annimmt und was nicht. (Was natürlich die größte Herausforderung ist…)
    Mit geht es genauso wie bei Kritik übrigens auch oft bei Komplimenten.. da denke ich mir auch oft, ja, danke, aber…von daher finde ich darf man genauso auch bei Komplimenten, wie bei Kritik das eigene Lineal anlegen und prüfen <3
    Ich wünsche dir eine gute Zeit!

    • Reply beccs@ruhrstyle 15. März 2016 at 9:01

      Hallo Aina,

      dein Kommentar hat mich zum nachdenken angeregt, denn du hast absolut recht damit, dass auch Komplimente durchaus irritierend sein können. Nun ja, wie du schon geschrieben hast, können wir in jeder Hinsicht zum Glück selbst entscheiden, was wir annehmen möchten und was uns lieber kalt lässt.

      Mal was anderes! Friedensspiel ist ein wundervoller Blogname und ich habe gerade mal über deine Seite gescrollt und lediglich die Überschriften gelesen. Die Themen die du aufgreifst finde ich unheimlich interessant und ich werde mir heute im Laufe des Tages mal deine Beiträge vornehmen.

      viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply fairlockend 13. März 2016 at 17:49

    Interessantes Thema! Ich bin da ehrlich gesagt nicht zimperlich. Klar, was unter die Gürtellinie geht, muss nicht sein, aber ich persönlich bin ein grosser Fan der Diskussion. Und dazu gehören Gegenworte, andere Meinungen und Kritik eben dazu. Ich mag es, unter Beiträgen Meinungen und Argumente auszutauschen, und wenn das auf Blogs so gar nicht erwünscht ist, langweilt mich das schon sehr.
    Ich würde mich auch selber freuen, bei meinen Beiträgen beispielsweise kritische Stimmen zu hören (solange natürlich ein gewisses Niveau eingehalten wird) – es zeigt nämlich auch, dass sich jemand inhaltlich mit dem Thema oder meiner Lebensweise usw. auseinandersetzt. Diskussionen sind ja zudem für die Meinungsbildung wichtig und auch wenn ich meistens schon eine relativ gefestigte Meinung habe, lerne ich oft neue Sichtweisen dazu und muss manchmal einräumen, dass meine bisherige Einstellung vielleicht doch zu überdenken ist. Und wenn das nicht der Fall ist, bin ich nachher dafür sicherer in meiner Meinung.
    Ich beobachte aber, dass viele Blogger aus meiner Sicht sehr zimperlich sind und Kritik schnell als Troll oder Hater abstempeln, das finde ich traurig. Wenn man da mit Zeitungen und Journalisten vergleicht, wird das besonders deutlich. Was unter Kolumnisten bei Spiegel Online oder bei der Zeit Online etwa völlig normal ist – dass nämlich der eine Journalist die Sichtweise bzw. den Text des anderen in einer direkten Replik schonungslos auseinander nimmt und teilweise zerreisst – ist unter Bloggern kaum vorstellbar. Und wenn, wird ihnen Neid oder persönliche Antipathie unterstellt. Obschon sie im wahrscheinlicheren Fall nur sachlich etwas auszusetzen haben und debattieren wollen.
    Und in etwas abgeschwächter Form gilt das auch bei Kommentaren. Wer bei mehreren Beiträgen kritisch kommentiert, kriegt schnell gesagt, dass er sich doch andere Blogs suchen soll.
    Dabei muss ich ganz ehrlich sagen: Beleidigend finde ich stattdessen Kommentare von Bloggern, die sich Posts offensichtlich nie durchlesen, aber überall darunterschreiben „toller Post“ oder „tolles Outfit“. Das sehe ich bei den grossen Bloggern oft, scheint die meisten davon aber nicht zu stören.

    • Reply beccs@ruhrstyle 15. März 2016 at 8:51

      Den Vergleich mit den Journalisten finde ich sehr interessant, denn viele Blogger wollen ja-zum Beispiel auf Veranstaltungen-mit diesem Berufszweig gleichgestellt werden und ja, von daher ist es umso merkwürdiger, dass kritische Äußerungen dann so dermaßen unerwünscht sind. Ich bin ebenso wie du ein Fan der gepflegten Diskussionen und ich finde es unheimlich spannend neue Sichtweisen kennenzulernen, auch wenn ich bereits eine gefestigte Meinung zu vielen Themen habe. Ich musste gerade schmunzeln wegen deinen Beispielen: „toller Post“ und „tolles Outfit“. Als ich mit dem bloggen angefangen habe, war ich oft auf der Suche nach tipps, wie man Leser auf den Blog bekommt. Einer dieser wertvollen Tipps war, auf so vielen Blogs wie möglich kurze und lobende Kommentare zu hinterlassen und den eigenen Link darunter zu setzen. Ich habe es so auch mal probiert, aber mir ist es schnell zu blöd geworden und ehrlich gesagt finde ich es auch peinlich. Allerdings geben manche Blogs, deren Beiträge aus 10 Bildern und zwei Sätzen bestehen, auch keine Möglichkeit für längere Kommentare 🙂

      viele Grüße
      Rebecca

  • Reply Kea 13. März 2016 at 16:29

    Hallo meine Liebe! Danke für diesen Beitrag! Bei Kommis, die andere Menschen beleidigen oder in die rechte Ecke gingen, wäre bei mir auch absolut Schluß, gar keine Frage, daher finde ich deine Entscheidung richtig. Für derartiges Gedankengut musst du keine Plattform bieten.
    Generell hat mich deine Frage am Schluß ganz schön erwischt: „Ist Ehrlichkeit wirklich das A und O, oder wollen die meisten lieber einen Punta Rosa Blog?“ Manchmal wünsch ich mir einen Rosa Punkte Blog. Denn mir tun kritische Kommentare weh. Ich hatte das bisher nur ein paar Mal und hatte immer zuerst den Impuls, das zu löschen. Getan hab ich es nicht. Ich hab sie veröffentlicht – und beantwortet. Aber sie treffen mich – besonders in einem Fall, von einer anonymen Adresse. Wie leicht ist es doch, sich im Netz anonym irgendwo hinzustellen und über eine Person zu urteilen, die man noch nie gesehen hat. Ich fühlte mich nackt und schutzlos, aber das ist natürlich auch der Preis dafür, sich selbst im Netz darzustellen. Trotzdem wird da insgesamt einfach auch viel gesagt, dass dir niemand ins Gesicht sagen würde auf offener Straße. Also, ja, ich bin für Ehrlichkeit, aber ich bin nicht für mutwillige Verletzungen und für Verurteilungen. Damit umzugehen finde ich wirklich schwer, da fehlt mir ein dickes Fell. Liebe Grüße an dich!

    • Reply beccs@ruhrstyle 15. März 2016 at 8:37

      Ich verstehe dich sehr gut, denn Kritik ist erst einmal und egal wie schön sie formuliert ist, ein Schlag vor den Kopf. Man gibt sich Mühe beim Schreiben oder bei den Fotos und dann wird die tolle Arbeit für einen Moment zunichte gemacht. Allerdings wäre es doch auch merkwürdig, wenn wir alle immer die gleiche Meinung hätten und solang die Kritik nivauvoll verfasst ist, kann sie durchaus sinnvoll sein und so gar neuen Input bieten. Was ich aber auch absolut nicht leiden kann, ist Kritik die wenig durchdacht ist und wo der Verdacht aufkommt, dass diese nur wahrlos abgegeben wurde, ohne das dahinter eine Meinung steht. Verletzungen und Verurteilungen sind absolut tabu und gehören weder ins Internet, noch in die Realität. Allerdings gibt es auch da ein Problem, denn weiß man nicht immer wie verletzbar eine Person ist. So kam es schon einmal vor, dass ich einer Bloggerin geschrieben habe, dass ihre Outfits immer klasse sind, das heutige jedoch irgendwie nicht so stimmig ist. Diese Worte waren offenbar schon zu viel und ich bekam eine private Mail, mit der Frage, warum ich so etwas auf ihren Blog schreibe. Niemals hatte ich die Absicht diese Bloggerin zu verletzen und es ist trotzdem passiert.

      Die Anonymität die du ansprichst, sehe ich auch als Problem, da diese nur zu gern Missbraucht wird, aber gerade dann, wenn ein Kommentar anonym verfasst wurde und gerade dieser sehr beleidigend ist, sollte man selbst den Kopf hoch halten und darüber nachdenken, dass die Person hinter dem Kommentar offenbar so ein Weichei ist, dass sie/er noch nicht einmal zum geschriebenen stehen kann. Diese Kommentare sollten einem – entschuldige – ganz besonders am Arsch vorbei gehen, denn ich denke, bei diesen, geht es nicht um dich als Person oder um deinen Beitrag, sondern lediglich darum verletzenden, aber gut geschützten Stress zu verbreiten.

      Fühl dich gedrückt liebe Kea und wenn wir uns mal sehen, bringe ich dir ein dickes Fell mit. 😉 Allerdings halte ich dich, wenn ich ehrlich sein darf, für viel zu intelligent, als das du von mutwilligen Verletzungen, die bestimmt nicht von Intelligenz zeugen, niedergemacht werden kannst.

      • Reply Kea 19. März 2016 at 7:02

        Wie lieb du das geschrieben hast! Danke dir, das tut gut! Und ich bin gespannt auf das dicke Fell, dass ich von dir bekomme, wenn wir uns sehen 🙂 Ich denke, man wächst auch mit seinen Kommentaren und lernt, besser damit umzugehen und sie nicht direkt bis ins eigene Herz zu lassen 🙂 Trotzdem finde ich es auch wichtig, in meinen Antworten ganz klar zu formulieren, dass das weh getan hat. Wir sind Menschen,manches trifft uns und daran ist auch eigentlich nichts Schlimmes, wenn man sich eben nicht völlig davon runterziehen lässt. Ganz liebe Grüße an dich!

  • Reply Susanna 13. März 2016 at 15:18

    Hallo 🙂
    Zu erst einmal: Die Kommentare über eine rechte Meinung hätte ich vermutlich auch nicht veröffentlicht. Ich hätte eher gebrochen. Vielleicht auch weiter diskutiert, dass ich seine Meinung kacke finde. Ich weiß nicht, wie ich da reagiert hätte..
    Im großen und ganzen sind mir ehrliche Kommentare lieber, als gelogene zusammengefasste Sätze. Durch eine kritische Meinung kann man selber in neue Gedankengänge geraten und das veröffentlichte nochmal genauer überdenken. Oder eben nicht. Liegt ja dann bei jedem selber, was er daraus macht 🙂
    In der Anfangszeit meines Blogs hatte ich ziemlich viel bange davor, dass jemand irgendwelche negativ formulierten Kommentare verfasst. Aber Ehrlichkeit ist für mich sehr wichtig. Warum nicht auch im Netz? Solange keiner persönlich beleidigt wird, darf Kritik geäußert werden. Kritik muss ja nicht unhöflich geschrieben sein und ist grundsätzlich nichts schlechtes.
    Was das tragen von Bekleidungsstücken, wie z.B. von h&m betrifft, so kaufe ich dort auch ein. Aber in Maßen und weil als Schülerin nicht immer das große Geld vorhanden ist. Ich bin mir aber über die miserablen Verhältnisse dort bewusst und denke drei mal darüber nach ob ich auserwähltes Bekleidungsstück wirklich benötige. Deswegen kaufe ich auch noch viel lieber secondhand.

    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag! 🙂
    Susanna

    • Reply beccs@ruhrstyle 13. März 2016 at 16:39

      Liebe Susanna,

      ich finde, du schreibst etwas sehr wichtiges:“Liegt ja dann bei jedem selber, was er daraus macht.“ Absolut richtig! Generell bin ich voll und ganz deiner Meinung…
      Bezüglich Klamotten ist es wie ich finde ein Unterschied, ob man mal ein Teil bei H&M holt, weil man den Monat nur 15 Euro über hat, oder ob man damit prahlt für 100 Euro 20 Teile bei Primark gekauft zu haben, die man nie im Leben benötigt und einfach nur aus Konsumgeilheit haben musste. Ich war auch mal Studentin und ich weiß wie es ist, wenn man mit wenig Geld auskommen muss. Das du second hand kaufst finde ich übrigens super. Es ist so toll über Flohmärkte zu schlendern und nach hübschen Schätzen zu suchen. Ich freu mich schon riesig, dass die Saison bald wieder los geht 🙂

      viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply liebe was ist 13. März 2016 at 14:21

    liebe Rebecca,
    konstruktive Kritik und Meinungsaustausch sind völlig okay und auch gut, doch ich denke es gehört zur guten alten „Netti-kette“, in Beiträgen und Kommentaren nicht beleidigend zu werden! warum sollte man auch … was versprichen sich andere oder man selbst von Böswilligkeiten?
    was die Häufigkeit der Bomberjacken-Posts in deinem Email-Postfach angeht, musste ich allerdings schon sehr schmunzeln … es ist doch verblüffend wie sich manche Themen und Trends wie ein Infekt breit machen 😉

    liebste Grüße und einen wunderbaren Sonntag,
    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    • Reply beccs@ruhrstyle 13. März 2016 at 16:17

      Liebe Tina,

      ich sehe es genauso, bösartige Kommentare ergeben keinen Sinn und sind destruktiv. Doch habe ich manchmal das Gefühl, dass auf so manchen Blogs auch konstruktive Kritik bzw. eine andere Meinung nicht erwünscht sind und das finde ich sehr schade, da es doch durchaus auch interessant sein kann, auf sachlicher Ebene zu diskutieren.

      viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Sabrina 13. März 2016 at 13:41

    Hallo Rebecca!

    Tolles Thema, was du da aufgreifst. Ich stelle mir diese Frage auch ziemlich oft.

    Über Ehrlichkeit habe ich bei einem Coaching mal etwas Interessantes gelernt, was eigentlich auch logisch ist, aber manchmal muss man es gesagt bekommen:
    Ehrlichkeit im Sinne von „mit dem Arsch ins Gesicht“ ist die falsche Ehrlichkeit, da sie verletzend und oft persönlich untergriffig ist.
    Ehrlichkeit im Sinne von „ich kann nicht lügen“ ist ein richtiger Ansatz. Darunter verstehe ich persönlich für mich auch Authentizität.

    Und deshalb versuche ich, nach dem 2. Prinzip zu leben. Meinungsfreiheit und Kritik ist gut und wichtig, so lange sie konstruktiv ist und nicht persönlich untergriffig, beleidigend, rassistisch, diskriminierend etc.

    Im digitalen Zeitalter kommen aber leider kritische Worte oft falsch an. Es wär manchmal besser, sich an einen Tisch zu setzen und darüber zu reden 😉

    LG Sabrina

    • Reply beccs@ruhrstyle 13. März 2016 at 16:11

      Liebe Sabrina,

      dass zweite Prinzip finde ich sehr gut und genau auf diese Art und Weise sollte es auch im Internet zugehen. Leider hast du absolut recht wenn du schreibst, dass kritische Worte oft falsch interpretiert werden und ich denke es ist auch unheimlich schwer, Kritik ohne die untermauernde Mimik und Gestik, richtig zu deuten.
      Ich persönlich wünsche mir dennoch immer ehrliche Worte im real life und ebenso hier auf dem Blog, auch wenn das mit Sicherheit die ein oder andere Entäuschung bedeutet.

      viele liebe Grüße
      Rebecca

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