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Herr Nörgler und Hubba Bubba Gespräche

13. Juli 2016

Blogger Deutschland

Ganz ehrlich, die Welt geht den Bach runter, hier und da und wo man auch hinsieht, bekommen wir Leid und Trauer zu sehen und dann kommen sie, diese merkwürdigen Menschen, die offensichtlich von alldem nichts mitbekommen. Ich glaube es gibt Menschen, die sich freiwillig Scheuklappen aufsetzen um von sich selbst und ihren eigenen oftmals winzigen Problemen nicht abgelenkt zu werden.

Hier, bei uns in der Straße wohnt so ein Mensch, den ich heimlich und obwohl ich doch so manches Mal Mitleid mit ihm habe, als Kotzbrocken bezeichne. Ein Nörgler wie er im Buche steht, absolut notorisch und keine Hemmungen, sein Leid zu klagen.

Offensichtlich sieht er auf meiner Stirn auch immer den imaginären Satz: komm her und erzähl mir alles, weil ich, werde dir zuhören. Es ist natürlich vollkommen egal, ob ich gerade an unserem Wohnmobil arbeite, oder vollgepackt mit Einkäufen bin, wenn er kommt, erwartet er Zeit. Manchmal entkomme ich ihm geschickt, wie Schmittchen Schleicher mit den elastischen Beinen, aber dennoch erwischt er mich immer noch zu oft. Dann geht es Los mit dem Gejammer! Er ist ja so krank, die Kinder in der Nachbarschaft sind zu laut, der Parkplatz zu eng, der Garten zu groß um ihn sauber zu halten, der Supermarkt zu weit entfernt, das Wetter zu warm oder zu kalt, je nachdem usw. Natürlich liegt bei diesem Genörgel die Würze nicht in der Kürze, sondern im Hubba Bubba und während mein Atem immer kürzer bzw. die Schnappatmung einsetzt, legt er noch mal richtig los.

Das schlimme an der Sache ist, notorische Nörgler stecken einen an. Ich seh´s ja an mir, ist der Typ weg, mecker ich erst einmal ne halbe Stunde über ihn rum und obwohl mir die Zeitverschwendung bewusst ist, sprudelt es nur so aus mir herraus, wie Ahoi Brause.

Allerdings scheint es so, dass wir generell in einer Nörgler-Gesellschaft leben und im Grunde muss man ja zugeben, meckern, sich selbst bedauern, weil es nicht immer rund läuft und letztlich resignieren, ist bedeutend einfacher, als die Arschbacken zusammenzukneifen und für das einzutreten, ja vielleicht so gar zu kämpfen, was man wirklich will.

Doch wie kann man mit Nörglern umgehen? Ich habe es zum Beispiel gestern folgendermaßen gehandhabt. So hat er sich beschwert, dass die Nachbarn hier oft draußen stehen-auch am späteren Abend-und quatschen. Herr Nörgler könne dann nicht in Ruhe seine Sendungen schauen. Ich habe ihm geraten, den Fernseher auszuschalten und einfach mal mitzuquatschen und die Leute ein bisschen kennenzulernen. Das war natürlich überhaupt nicht das, was er hören wollte, aber ihm ist immerhin auch kein Gegenargument eingefallen.

Nörgler nerven

Generell hilft es, so glaube ich, Argumente anzubringen, die die Nörgelei entkräften. Das Wetter ist schlecht, naja, besser als letzte Woche. Der Garten ist zu groß, na dann gib diesen ab, andere Nachbarn freuen sich bestimmt usw. Oft kommen diese notorischen Nörgler nicht damit zurecht, wenn man das negative ins positive umwandeln kann und man hat seine Ruhe.

Woher dieses Gemecker über Banalitäten rührt, habe ich noch nicht herausgefunden, aber es mag vielleicht sein, dass diese Menschen einfach zu wenig erleben oder zu tun haben, worüber sie sonst berichten könnten. Also ist ein wenig Mitleid irgendwie auch immer angebracht.

Was denkt ihr? Woher kommt so ein Gejammer und kennt ihr auch Menschen, die so sind?

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Outfit:

Jumpsuit – Vintage Ende 70er

Brille – alt

Schuhe – alt von Asos

Armband – alt von Festival im Taubertal

Jeansjacke – second hand

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5 Comments

  • Reply Esra 17. Juli 2016 at 0:28

    Ich LIEBE deinen Jumpsuit!!!
    Zu den Nörglern: ich hoffe immer , dass ich selber nicht so werde… Es spricht sich leicht, wenn man jung und gesund ist. Lass mal einen Schicksalsschlag kommen, dann kann man nur hoffen, dass man selbst einen starken Charakter besitzt und ein hoffnungsvolles Herz, das sich nicht verbittern lässt 🙂
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

    • Reply beccs@ruhrstyle 17. Juli 2016 at 6:54

      Danke dir liebe Esra. :-*

      Ich hätte dabei schreiben sollen, dass dieser Herr Nörgler 35 Jahre jung ist, also die „er ist schon älter Nummer“ steht ihm nicht zu. 🙂
      Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass gerade die Menschen, die Schicksalsschläge ertragen mussten, eine besonders positive Einstellung zum Leben entwickeln bzw. dieses mehr wertschätzen. Auch ich selbst habe schon einer Schicksalsschläge abbekommen, aber deshalb nur nörgeln und alles und jeden verfluchen liegt mir fern.

      Liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Kea 13. Juli 2016 at 19:40

    Wie heißt es so schön? „Große Leute sprechen über Ideen. Durchschnittliche Leute sprechen über Dinge. Kleine Leute sprechen über Leute.“ Und Nörgler sprechen am liebsten über schlechte Dinge. Ich glaube, das ist auch so ein klein wenig der Mentalität (nur in unserem Land?) geschuldet – wenn du in Gesprächen erzählst, wie großartig es dir geht und wie du deinen Traum Nummer 2071 umgesetzt hast, reagieren die Leute erstmal irritiert ( gute Freunde natürlich ausgenommen). Es ist „einfacher“, über die negativen Dinge zu sprechen, weil gesellschaftlich anerkannter – es „vermeidet“ Neid und Missgunst, löst beim anderen keine Minderwertigkeitskomplexe aus, im Gegenteil, man kann sich gegenseitig in seinem Leid verbinden. Ich glaube also, dass die Nörgelei auch so eine soziale Funktion hat – wenn auch ein ziemlich schräger Ansatz, zugegeben. Aber vielleicht hilft es dir, auch etwas Gutes darin zu entdecken. Die Absicht ist gut, nur die Umsetzung noch suboptimal 😀 Also bist du mit deinem ins-Positive-Verkehren schon absolut auf der perfekten Spur! Ich habe auch solche Nachbarn hier und versuche auch oft, wenigstens einen kleinen Samen Freude in sie hineinzusetzen – dann kann man nur die Daumen drücken, dass er irgendwann aufgeht 🙂 Liebste Grüße an dich! Kea

  • Reply liebe was ist 13. Juli 2016 at 17:16

    sehr genailer Titel liebe Rebecca!
    natürlich kenne auch ich solche Nörgler-Typen – und muss LEIDER auch zugeben, hin und wieder selbst dazu zu gehören 😉
    ist phasenweise aber wohl auch normal … und wie du auch richtig schreibst, so was ist ansteckend! spätestens wenn ich also zu viel von Nörglern habe, wird mir mein eigenes „Benehmen“ umso bewusster und ich will es sofort ändern!
    Nörglern sollte man also vl sprichwörtlich einen Spiegel vors Gesicht halten?!

    eine wundervolle Wochenmitte meine Lieben,
    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/
    https://www.instagram.com/liebewasist/

    • Reply beccs@ruhrstyle 17. Juli 2016 at 6:58

      Hehe, ja ich glaube ganz frei kann sich niemand davon machen und manchmal hat man ja auch einen Grund. Wobei, für mich gibt es auch noch einen großen Unterschied zwischen nörgeln und meckern. Nörgeln bedeutet für mich irgendwie, dass diese Menschen, die dazu neigen, sich auch notfalls Gründe aus der Nase ziehen. Das kann ich mir bei dir absolut nicht vorstellen. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Rebecca

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