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Hemisphäre! Aber welche?

17. März 2016

hämisphäre

Unser Gehirn, dieses tolle Ding ist aufgeteilt in die linke und die rechte Hemisphäre. Die linke Hälfte ist die Hemisphäre der Logik, der Mathematik, des Argumentierens, der Kalkulation, der Schlauheit, der Ordnung und nicht zu vergessen, der Disziplin. In dieser Hälfte läuft es recht mechanisch ab und lediglich das was gelernt wurde kann dort umgesetzt werden. Die rechte Hälfte hingegen ist die Hälfte der Poesie, der Liebe und allen voran der Kreativität.

Leider ist es so, dass wir im Laufe unseres Lebens dazu gebracht werden, die rechte Hemisphäre immer mehr außer Acht zu lassen, denn sie ist nicht effizient, sie ist nicht verlässlich. Wie Osho so schön sagt, werden wir nicht zu Schöpfern erzogen, sondern zu Produzenten. Produzenten, die effizient arbeiten können, auf die Verlass ist und die mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind, die sie erlernt haben.

Schaut euch doch einmal um! Im Kindergarten sitzen Erzieher mit ihren Bögen – man nennt diese wohl Lernprotokoll – und machen sich Notizen zu den vor ihnen sitzenden Minimenschen. Mit vier Jahren muss ein Kind dies oder jenes können und mit sechs Jahren muss es noch mehr können. Sie können es auch, denn Intelligenz ist angeboren, aber mit diesem Müssen dahinter wird etwas ganz furchtbares gefördert: Das Ego! Von klein auf wird uns beigebracht, dass wir dies oder jenes erreichen müssen um weiter zu kommen, um das nächste Level zu erreichen und um letztlich erfolgreich zu werden. Es findet eine Konditionierung statt und wir lernen, dass nur starke Egos den Kampf ums überleben gewinnen können. Das Leben ist hart und wir müssen lernen Härte zu ertragen. Wer zu verletzbar ist, wird nicht Konzernchef. Also lernen wir schon im Kindesalter, dass wir stark sein müssen, dass wir nicht alles an uns heran lassen sollten und das wir kämpfen müssen um etwas zu erreichen. das innere Kind

Der Weg den wir dabei zu gehen haben ist vorgeschrieben, der Lernstoff ist vorgeschrieben und somit fehlt Platz für Kreativität und Entfaltung unserer angeboren Intelligenz.  Unsere Intelligenz wird schon recht früh von unserem Ego gesteuert und wir bewegen uns gekonnt auf dem plattgetretenen Weg der Produzenten. Der Weg der erprobt ist und der funktioniert. Aber egal was die Gesellschaft auch versucht um uns auf diesem Pfad zu halten, unsere Intelligenz bleibt immer in uns. Ja, sie wird überdeckt mit Informationen, die wir im Laufe der Zeit aufnehmen oder erlernen, aber sie ist immer vorhanden und kann auch jederzeit wieder hervorkommen, sofern wir sie lassen. Sie hat übrigens rein gar nichts mit Wissen zu tun. Wissen ist lediglich Erlerntes! Intelligenz aber ist etwas viel größeres, eine subtile Kraft und genau da liegt auch ihr Problem. Wer intelligent ist, erkennt die Falschheit in der Gesellschaft und wird sich dagegen auflehnen. Ein intelligenter Mensch wird rebellieren und nicht einfach alles so hinnehmen. Er will frei sein, er ist kreativ und will stets neues ausprobieren, ohne irgendwelchen Zwängen zu unterliegen, aber dies betrifft die rechte Hemisphäre unseres Gehirns und genau deshalb wird sie durch den Prozess der Erziehung abtrainiert und unterdrückt – im Dienste des „Funktionierens“ innerhalb der Gesellschaft. Geld und Macht sind die großen Ziele in dieser Welt und um diese zu erreichen reicht die linke Hemisphäre völlig aus. Wie oben schon erwähnt, können wir durch sie wunderbare Produzenten werden, wollen wir aber etwas erschaffen, müssen wir auch unsere wahre Intelligenz und Kreativität einsetzen und das wird uns nur gelingen, wenn wir sie hervorkehren und unsere rechte Gehirnseite verwenden. Wir müssen die Schönheit und Poesie, in der Art, wie sie oft nur Kinder sehen, wieder in unser Leben lassen. Dazu müssen wir all das Falsche, was uns aufgrund gesellschaftlicher Normen eingeprägt wurde, rückgängig machen. Wir müssen mutig werden, unsere kreative Ader entfalten lassen und experimentieren. Hören wir auf, uns lediglich auf die Werte zu konzentrieren, die uns vermittelt wurden! Wir müssen unseren eigenen inneren Wert finden und nicht ständig durch unser streben nach Erfolg und Geld versuchen zu beweisen, warum wir hier sind. Oft wissen wir selbst nicht wer wir sind, haben aber klare Vorstellungen davon wie wir werden wollen und das auch nur, weil es Richtlinien für unser Leben gibt. Mein Gott, wir wurden geboren um zu leben und unsere Geburt verdanken wir nicht irgendwelchen Politikern oder Priestern oder dergleichen. Wir brauchen also vor ihnen nicht zu kuschen und ihren Ego-Erfolgs-Wegen blind nachlaufen, die übrigens zu nichts großartigen führen. Schauen wir uns doch noch einmal um! Die Welt ist voller Hass, Ungerechtigkeiten und eigentlich ist sie so ziemlich im Arsch. Von daher ist es vielleicht so langsam an der Zeit, sich von dem altbekannten zu lösen und neue Wege zu erfinden.

Vielleicht versuchen wir einfach mal unser inneres Kind mitsamt seiner Intelligenz und Kreativität an die Hand zu nehmen und bitten es darum, uns den Weg zu zeigen. Es kann nur besser werden! Ja es kann!

lass dich an die hand nehmen

 

 

 

 

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6 Comments

  • Reply Nadine - breukesselchen 20. März 2016 at 13:06

    Schade, dass unser Gesellschaftssystem immer nur auf Fehler schaut und nicht nach Talenten. In der Schule wird sich nur auf Stärken konzentriert, während Schwächen als negativ gewertet werden. Doch wenn nun mal ein Kind nicht stark in Mathe ist, aber künstlerisch was drauf hat, so fällt es doch durch das Schulraster.
    Du hast hier schöne und klare Worte zu diesem Thema gefunden. Das innere Kind in uns leidet mit der Zeit an dieser falschen Verlagerung, doch das sollten wir nicht zulassen. Das innere Kind ist schliesslich ein grosser Teil unserer Persönlichkeit, die sich entfalten möchte und nicht in Schubladen gezwängt werden möchte.
    Also versuchen wir mal, die Tage mehr zu geniessen, alles intensiver zu spüren und mal die Gesellschaftszwänge hinter uns zu lassen. Ich wünsche dir einen schönen Frühlingsanfang.
    Alles Liebe,
    Nadine – breukesselchen

    • Reply beccs@ruhrstyle 22. März 2016 at 19:34

      Ist das nicht zum verrückt werden!?! Egal wieviel man gut macht, ein „Fehler“ und darauf wird dann die Aufmerksamkeit gelenkt. Was lernen die Kinder dadurch? Geh bloß immer den sicheren Weg, erlaube dir kein Risiko, denn wenn dir ein Patzer unterläuft, musst du dafür bezahlen. Dabei sind auch Fehler so wichtig und unabkömmlich für den eigenen Lernprozess. Wobei ich sowieso finde, dass „Fehler“ ein furchtbares Wort ist.
      Du schreibst es so schön: „…alles intensiber spüren und die Gesellschaftszwänge hinter uns lassen…“. Genau das sollten wir tun und uns in UNSEREM Leben darauf konzentrieren, was wir möchten.
      Ich wünsche dir auch ein wundervollen Frühlingsbeginn.

      viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Kea 18. März 2016 at 8:37

    Ach meine Liebe, du weißt ja, dass ich diesen Artikel lieben muss, nicht wahr? Du hast es so wunderbar in Worte gepackt, was ich immer öfter denke. Wofür rackern wir uns ab, für ein bißchen Anerkennung durch eine Welt, die längst den Kontakt zu ihrem Inneren verloren hat? Gerade in den letzten Wochen habe ich mich so verändert, nehme plötzlich die Künstlichkeit, die uns umgibt, so stark wahr, wie durch ein Vergrößerungsglas. Diese „du musst erfolgreich sein“-Parolen, die starken, schönen, künstlichen Menschen auf Plakatwänden, im Fernsehen, in den Magazinen. Ich überblättere diese Seiten mittlerweile, weil sie für mich nichts Echtes mehr haben. Aber easy ist es nicht, finde ich. Dieses auch-auflehnen, das nicht-mitschwimmen, es fordert Kraft und Mut und da hilft nichts besser, als das Gefühl, damit nicht allein zu sein. In diesem Sinne drück ich dich!

    • Reply beccs@ruhrstyle 19. März 2016 at 17:49

      Du hast so recht liebe Kea. Mittlerweile mache ich mir große Sorgen, dass dieser Drang hin zur Perfektion darin endet, dass wir irgendwann alle so leben, wie in dem Film „AI. Künstliche Intelligenz.“
      Sich zu wehren, schon allein dadurch, dass man aus der Reihe tanzt ist wirklich nicht immer leicht und manchmal auch sehr kräftraubend. Ganz besonders anstrengend sind die ständig erwarteten Rechtfertigungen die man gefälligst für seinen anderen Lebensstil parat haben soll. Dennoch lohnt es sich seinen eigenen inneren Wünschen zu folgen und diese-auch wenn sie vielleicht nicht der Norm entsprechen-umzusetzen. Und wie du schon geschrieben hast, auch beim anders sein, ist man nicht allein. 🙂

  • Reply Tatjana 17. März 2016 at 19:13

    wahnsinnig toller Beitrag!
    Wo bleibt das Menschliche?

    Ich hoffe, es werden noch mehr Menschen solch‘ tolle Gedanken haben wie du sie hast.

    Liebe Grüsse.

    • Reply beccs@ruhrstyle 19. März 2016 at 17:54

      Danke Tajana. Diese Frage stelle ich mir fast täglich.

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