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Fightclub in my mind

21. September 2016

Entscheidungen treffen

Es ist Sonntag kurz nach 6.00 Uhr und obwohl es eigentlich nicht sein kann, ich sitze hellwach im Bett. So wach, als hätte mir jemand erbarmungslos einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet. Ich will zwar nicht aufstehen, aber mein Bett hält mich auch nicht mehr und so schlurfe ich in die Küche um Kaffee zu machen. Was nun? Leere im Kopf, Stille im Raum. Ich umklammere meine Tasse und schaue aus dem Fenster. Keine Ahnung wie lange, aber über irgend etwas nachgedacht habe ich in dieser Zeit, so glaube ich zumindest, nicht. Eine vorbeifliegende Krähe erschreckt mich und reißt mich aus dem gedankenlosen Irgendwo im Nirgendwo Moment.

Blöder Vogel rutscht es aus mir heraus, obwohl ich Krähen doch normalerweise so gern habe, weil sie immer so niedlich mit ihren Köpfen nicken. Ich entschuldige mich in Gedanken.

Es ist ein sehr früher Sonntag und wenn ich schon einmal am Wochenende um so eine Uhrzeit aufrecht mit einer Tasse Kaffee dasitze, dann kann man, also ich, ja auch mal den Tag ordentlich planen.

Okay, mal im Internet schauen, was heute so geht im wunderschönen NRW! Aha, nichts! Wie frustrierend! Da bin ich um diese Zeit wach, könnte etwas planen inklusive Butterbrote für unterwegs schmieren und es gibt kein Angebot. Zugegeben nicht nichts, aber halt nichts, was mich umhaut. Ein Mädelsflohmarkt, ein Antikmarkt, eine uninteressante Ausstellung… Ich schaue aus dem Fenster! Die Möglichkeiten langweilen mich und ich will was anderes, etwas spektakuläres, aber mir fällt nichts ein und im Grunde sagt meine andere Gehirn und Körperhälfte, dass so ein Tag auf dem Sofa auch mal ganz nett wäre. Nun geht es los, Fightclub in my mind. Ich fühle mich gespalten. Tatendrang vs. Couch Potato und kein Gewinner in Sicht.

Was soll der Scheiß! Meine zwiegespaltenen Gedanken machen sich selbständig und lassen mich in keinster Weise am Fight teilhaben. Nicht einmal der Schiri darf ich sein. Nur ein Zuschauer vorm Boxring! Irgendwie ist das in letzter Zeit öfters so, ich weiß nicht was ich will, bei Kleinen Entscheidungen nicht und bei Großen genau so wenig.

Kurz vor dem Ja oder Nein, verfalle ich in einen lethargischen Zustand. Eine Entscheidung ist nicht möglich. Die Frage ist nur, gibt es zu viele Möglichkeiten oder zu wenig? Auch da schwanke ich die Antwort betreffend.

Gut, wahrscheinlich hat jeder mal solche Phasen im Leben. Ich hoffe nur, dass meine normalerweise vor Euphorie tanzenden Moleküle vor der tristen dunklen Jahreszeit wiederkommen.

Natürlich haben wir an diesem Sonntag nicht besonders außergewöhnliches gemacht, sondern ne Runde über den Flohmarkt und druch den Park gedreht.

Ich kann mich nicht entscheiden

Das Outfit betreffend konnte ich mich übrigens auch nicht entscheiden…

Pulli und Hose – second hand

Tasche – alt von Topshop

Schuhe von No Animal Killed (vegan)

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1 Comment

  • Reply Jenni 22. September 2016 at 13:09

    Liebe Rebecca!

    Ich lese deine Beiträge so gerne, weil sie mitunter so nachdenklich-poetisch sind und man irgendwie immer mehr oder weniger dich selbst dahinter erahnen kann – das finde ich total schön, ganz ehrlich. 🙂
    Dieses Nicht-Entscheiden-Können kenne ich auch sehr gut – aber vielleicht ist das Problem daran, dass man irgendwie immer alles will. Es gibt so viele Möglichkeiten, die ergriffen werden könnten, so viele Dinge, die getan werden könnten, dass einen die Vielfalt manchmal einfach erschlägt. Und dann sollte man auch nicht vergessen, dass es manchmal auch einfach total okay und gut und richtig ist, mal nichts zu tun, mal nicht produktiv zu sein. Dann ist man auf eine andere Weise produktiv – für seine Seele oder Psyche oder wie auch immer man das nennen mag, was man zusätzlich zum Körper noch mit sich herumträgt. 😉

    Liebe Grüße
    Jenni

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