Blog Leben Nachhaltig

Eine Erklärung: Ich liebe Mode!!!

3. März 2017

Im Moment fällt mir das Schreiben für den Blog ehrlich gesagt ziemlich schwer und das liegt keinesfalls daran, dass mein Bauch dafür sorgt, dass der Laptop übertrieben gesprochen 3 m von mir entfernt liegt oder daran, dass ich keine Ideen habe. Im Gegenteil! Viel mehr liegt es daran, dass ich in letzter Zeit ein wenig mit mir selbst hadere. Viel deutlicher gesprochen: ich hadere mit meiner Einstellung zu Mode und Konsum. So lag ich letztens mit mega Rückenschmerzen auf dem Sofa und surfte ein wenig durch die Onlineshops der nachhaltigen Labels…Hier und da war auch was feines zu finden, aber wenn ich ganz ehrlich bin, ging nicht wirklich viel über die Basic-Teile hinaus. Ich meine, da bin ich doch durchaus bereit 150 Euro für einen fairen, nachhaltig und vegan produzierten Pullover auszugeben, aber dann erwarte ich auch, dass dieser nicht aussieht wie… Ja wie eigentlich?

Eine kleine Erklärung:

Seit ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftige, habe ich eine Sache verdrängt: Eigentlich liebe ich Mode und das schon immer! Mode war für mich immer eine wunderbare Unterstützung um auszudrücken, wie ich mich gerade fühle! Die innere Einstellung, das Lebensgefühl in Form von Stoff auf der Haut tragen, dass ist mit den passenden Kleidungstücken durchaus möglich. Heute ist dir nach Hippie? Dann packe das geblümte Maxikleid und den großen Strohhut aus! Versteht ihr was ich meine? Mode macht möglich, dass wir in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen und mit unserer Identität spielen können, wie wir gerade Lust und Laune haben.

Natürlich ist mir bewusst, dass genau darin auch eine begründete Gefahr liegt, den ständig wechselnden Trends zu unterliegen und so dem Konsumwahnsinn zu verfallen, aber dass muss nicht zwangsläufig so sein und ich bin stark genug, der Gefahr ins Gesicht zu lachen! Das Problem, dass ich habe ist eher, dass mir bei den meisten zum Beispiel Fair Fashion Labels das besondere fehlt, dieses gewisse Etwas halt.

Um zu meiner obigen Frage zurückzukehren: die meisten Teile die ich in meinem gesetzten Preisrahmen gefunden haben, waren schlichtweg langweilig und ich frage mich, warum das so ist? Ich will Öko kaufen, aber es soll nicht unbedingt so aussehen!!! Und so saß ich da also letztens wie bereits geschrieben vor dem Bildschirm und wurde immer genervter! Die Krönung war, als dann auf einer Website Werbung von Asos auftauchte und ich allein in dieser kleinen Anzeige, drei Teile sah, die mir wirklich gefielen. Wie ihr lieben Labels soll die Masse denn von Fast Fashion wegkommen, wenn Slow Fashion entweder unbezahlbar oder einfach nur total Öde ist?

Es ist einfach nicht schönzureden und da bin ich jetzt mal mutig: will man ein cooles, ja vielleicht so gar trendiges Teil ohne Öko-Stempel oder Schwalben-Prints, sieht es im Slow Fashion Bereich echt Mau aus. Das kotzt mich ziemlich an und noch mehr nervt mich, dass immer wieder so getan wird, als würde das nicht stimmen. Ja Leute, Zara ist echt scheiße und ich würde mit Sicherheit nicht dort kaufen, aber die Klamotten sind mega und solche finden wir, so leid es mir auch tut in nachhaltigen Shops kaum bis gar nicht.

Nun mag es einigen reichen, aber mir, die ich Mode liebe, die gerne mit Mode spielt und experimentiert reicht das nicht und das ist mein innerer Konflikt. Ja, ich will so gut es geht nachhaltig leben und ich denke das mache ich auch. Ich möchte aber ebenso Kleidung tragen in der ich mich wohl fühle und die meine Persönlichkeit unterstreicht. Solang die Slow Fashion Szene da nicht ein bisschen einfallsreicher wird, werde ich noch mehr auf second hand und vintage setzen. Da mögen sich nun die Geister streiten, ob das dann wirklich nachhaltig ist, aber ich kaufe mir lieber die vintage Prada Tasche, die mir wirklich gefällt und wahrscheinlich für immer in meinem Besitz bleiben wird, als das fair produzierte Filz-Täschchen, welches ich nach 3 Wochen nicht mehr sehen kann. Und selbst dann, wenn ich mal etwas Neues kaufen sollte, was nicht fair, vegan oder nachhaltig ist, werde ich mich dafür nicht mehr geißeln, denn Nachhaltigkeit bedeutet für mich eben auch, für lange Zeit zu kaufen und das macht man nur, wenn einem ein Teil hundertprozentig gefällt.

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7 Comments

  • Reply L♥ebe was ist 3. März 2017 at 23:53

    meine liebe Rebecca, ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich deinen Beitrag schätze. du sprichst mir damit geradezu aus der Mode-Seele! ich möchte gerne faiere, nachhaltige Mode tragen und bin durchaus bereit dafür auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen, aber dann möchte doch bitte auch ein Teil kaufen, dass mich schlicht weg von den Socken haut!
    was mich noch sehr viel mehr sogar stört, dass mich bisher keines der Fair Fashion Labels von den Konfektionsgrößen her überzeugen konnte. man kan schon froh sein, wenn es mal XS zu kaufen gibt, die fällt dann aber von Grund auf aus wie eine M … bei mir zumindest schaut alles oversized aus und auch das finde ich zunehmend langweilig.
    zur Zeit gehe ich viel dazu über selbst hand anzulegen und alles kleiner zu machen und umzunähen.

    wünsche dir ein tolles Wochenende meine Liebe! lass es dir gutgehen 🙂

    ❤ Tina
    http://liebewasist.com
    wie du siehst meine Liebe, ich teile deinen Gedanken und finde es daher mehr als ok,

  • Reply dorette 3. März 2017 at 20:06

    jaaa… schwalben- und pusteblumen-prints, so öde, so oft gesehen. einfach langweilig. mich nervt das ebenfalls.
    ich würde gern mehr faire mode kaufen, aber ganz oft trifft diese eben nicht meinen geschmackt, bzw. reicht nicht über basic hinaus… 🙁

    • Reply beccs@ruhrstyle 8. März 2017 at 6:34

      Ja, es ist wirklich ein Jammer. Schwalbenprints waren selbst zu meiner Teenie-Zeit nicht so wirklich mein Ding. 🙂

  • Reply Jenni 3. März 2017 at 18:46

    Liebe Rebecca,

    ich glaube, solche Gewissenkrisen hat man als jemand, der daran interessiert ist, möglichst nachhaltig zu leben, immer mal wieder. Ich habe aktuell zum Beispiel so eine im Wohnungs- und Einrichtungsbereich und werde das demnächst auch auf dem Blog thematisieren. Wir möchten uns mehr oder weniger komplett neu einrichten, weil die alte Haut (übrigens Möbelschwede) nicht mehr passen mag. Und die Frage ist: Nachhaltiger wäre es doch eigentlich, die alten Sachen zu behalten, nicht wahr?

    Das ist dann eine Frage zwischen individueller Identitätsauslebung und den restlichen Werten.

    Wobei ich da Laurel vollkommen zustimme: Vintage und Second Hand ist doch zumindest produktionstechnisch so ziemlich das Nachhaltigste, was möglich ist. Wie das auf der anderen Seite mit den Signalen an die fairen Labels aussieht, ist natürlich eine andere Sache…
    Aber ich denke, man sollte nicht zu streng mit sich selbst sein, wirklich nicht. Es gibt so viele getragene und tolle Kleidung da draußen – wenn du diejenige bist, die schon immer auf diese Teile gewartet hat und sie für ihren Selbstausdruck braucht und gerne trägt – dann ist doch alles in Ordnung. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply Daniela 3. März 2017 at 17:57

    Hey Rebecca, ich verstehe dich auch total. Mir geht es genauso. Ich finde Armedangels ganz gut, aber leider ist die Qualität manchmal echt bescheiden. Das ärgert mich dann auch sehr. Vor allen Dingen weil ich H&M Klamotten habe die schon ein paar Jährchen halten.
    Ich bräuchte letztens eine Jeans und bin extrea in den Fair Fashion laden gelascht nur um dann festzustellen, dass die Jeans für 100€ total kacke aussieht. Also habe ich eine beim Schweden gekauft, mit schlechtem Gewissen. Da ich aber in einer Krippe arbeite lohnt es sich auch einfach nicht soviel Geld für eine hässliche Hose auszugeben.
    Ich bin auch etwas ratlos und versuche dieses Jahr eh so wenig wie möglich zu kaufen. Obwohl ich zugeben muss, dass es mir schwer fällt ☹️
    Wünsche dir ein schönes Wochenende
    Liebe Grüße aus dem Pott, Dani

    • Reply beccs@ruhrstyle 8. März 2017 at 6:47

      Hallo Daniela,

      mit Armedangels habe ich nun auch schon zwei Mal Pech gehabt und mir sind die Klamotten auch oft zu verspielt. Jeanshosen kannst du vielleicht ganz gut im vintage Store finden. In solchen Läden gibt es sehr oft die alten Levis Modelle und die sind in der Regel auch von sehr guter Qualität. 100 Euro für eine Hose auszugeben, die einem nicht gefällt, nicht sitzt oder was auch immer, macht natürlich absolut keinen Sinn und wäre auch wenig nachhaltig, da du sie ja wahrscheinlich kaum tragen würdest und dann sowieso nochmal eine andere nachkaufen müsstest.

      Liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Laurel Koeniger 3. März 2017 at 15:23

    Ich verstehe dich unglaublich gut! Ich habe oft dasselbe Problem. Es gibt so coole, hippe Marken, die nicht fair produzieren, dass es mir oft schwerfällt, nicht immer wieder zu zuschlagen. Ich liebe auffällig gemusterte T-Shirts. Zum Beispiel mit Floral-Prints. So etwas gibt es bei fairen Marken einfach noch gar nicht. Ich bin mir nicht sicher, warum. Kann man die Farben ohne giftige Stoffe nicht gut festhalten, oder sind die Farben an sich das Problem? Oder ist es wirklich die Einstellung der Labels?
    Man darf aber nicht alle unter einem Kamm scheren; KnowledgeCotton Apparel hat zum Beispiel für Herren wahnsinnig coole Sachen! Ist aber nur ein Herrenlabel. Schau sonst mal bei Zerum vorbei, die haben tolle, farbige Prints und viele andere Sachen. Sonst fällt mir aber auch nicht viel Besonderes ein. Hessnatur hat noch sehr schöne Sachen, aber ich kann mir vorstellen, dass das in deine Vorstellung von „zu basic“ reinpasst. Ich habe das Glück, dass mir „Basic“ am besten steht. Deswegen finde ich genug. 😀
    Und Second-Hand ist doch die beste Lösung von allen!! Etwas wiederverwenden, was eh schon produziert wurde und sonst nur weggeworfen würde und Müll würde. Wenn Second-Hand sich auch für Männer mal richtig etabliert, werde ich fast nur mehr so kaufen.

    Liebe Grüße,
    Laurel

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