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Diese Stadt und das Salz auf meiner Haut

21. April 2016

freiheit

Manchmal kommt mir diese Stadt wie ein Irrgarten vor. Vollgestopft mit Menschen, die rasend umherirren- immer auf der Suche nach dem Ausweg, hinter dem sich vielleicht das große Glück verbirgt. Die Luft wiegt hier zu schwer und irgendwie riecht es immer ein bisschen nach Regen. Ich laufe über Dreck, der sich mittlerweile festgetreten hat vorbei an Menschen, die sich ihre Nase an den Schaufenstern platt drücken. Der Tempel des Konsums ist noch geschlossen und sie wollen endlich rein in ihre heile Welt, wo alles nur noch die Hälfte kostet. Einmal Feeling Good für ein paar Minuten und dann noch zum halben Preis.

Meine Nerven pulsieren und ich setze meine Kopfhörer auf um dieser Stadt durch Musik einen anderen Rahmen zu geben. Nun dreht sich die Kulisse und fremde Menschen tanzen zu dem Beat, den in diesem Moment nur ich höre…

…und wieder merke ich, mein Geist passt nicht in diese Stadt. Oh man, das klingt scheiße und so furchtbar überheblich und vielleicht liegt es auch nur an meiner dünnen Haut, dass sobald ich mich hier umsehe nur eines bleibt, die üble Bitterkeit in meinem Hals. ..

In Gedanken nehme ich meine Liebsten an die Hand und wir gehen weit weit weg…dahin wo wir noch wir sind und die Unberührtheit unberührt bleibt. Jetzt sitzen wir wieder am Ufer und das Lagerfeuer hält uns warm. Das knistern hat eine beruhigende Wirkung und wir führen tiefgründige Selbstgespräche unter vier Augen. Danach streiten wir mit Gott und der Welt, einfach nur um zu sehen, was wir gewinnen, wenn wir verlieren. Unsere Worte schweben durch die Dunkelheit. So frei, dass sie schwerelos werden. So frei, wie sie immer sein sollten.Lagerfeuer Romantik

Ein Blick ins Zelt, wo die Kinder friedlich und aneinander gekuschelt auf Traumwanderungen gehen lässt mich schmunzeln. Der Minimalismus und die Entfaltung tun auch Ihnen gut. Mario und Luigi sind vergessen; und wer war nochmal Sonic? Tzzzzz!

Unser Kopf, der nur allzu oft von dieser konsumorientierten Welt verdreht wird, sitzt wieder gerade. Alles, was das Herz, der Kopf und der Bauch braucht haben wir hier und mehr brauchen wir nicht.

Jeder dieser wunderbar leisen Momente ist für die Ewigkeit bestimmt und sie tanken uns auf, für die Lauten Stunden, die irgendwann wieder kommen werden.

Der Knoten, der uns in der Stadt schon fast erdrückt ist gelöst und die Einfachheit ist romantisch unkompliziert! Mit Sicherheit auch etwas verrückt, aber das liegt an uns.

Der Rotwein kommt aus Tassen, aus denen man auch Kaffee trinkt und unsere zwei Gaskocher reichen aus, für unser liebstes Hauptgericht. Wir spucken Kirschkerne in die Welt und vielleicht, wir haben da diese Hoffnung, wachsen nun überall dort, wo der Kern aufkommt neue Bäume in die Höhe. Die Wäsche hängt frisch gewaschen und zum trocknen an den Ästen und wir nehmen ein Bad in der größten Wanne der Welt. Das ist für uns das richtige Element und wir sind ganz präsent wir selbst.

Wir haben sehr viel von unseren Reisen mitgenommen und sind deshalb nie als dieselben zurückgekommen. Wir haben gelernt, was wirklich wichtig ist und was wir wirklich für uns brauchen…

Und auch wenn wir dich du liebe aber hässliche Stadt immer mal wieder vorübergehend aufsuchen, wirst du uns niemals halten können. Schon bald werden wir erneut deinem Betonplatten den Rücken kehren und zu unserem wahren Zuhause zurück fahren.

Nun muss ich ein Bad nehmen, denn durch meine Gedanken spüre ich erneut das Salzwasser auf meiner Haut.

Salz auf meiner Haut

 

nomountainhighenough

unser zuhause

der beste platz der welt

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6 Comments

  • Reply Carrie 9. Mai 2016 at 10:33

    wow toller Beitrag
    http://carrieslifestyle.com

    • Reply beccs@ruhrstyle 9. Mai 2016 at 10:38

      Danke dir! 🙂

  • Reply Christine 6. Mai 2016 at 11:14

    Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich weiß nämlich den Luxus so zu leben, wie ich es nun mal tue, sehr, sehr, sehr zu schätzen. Ich habe es nicht allzu weit in die nächste Großstadt. Wo ich arbeiten und auch mal etwas Großstadtluft schnuppere, wenn ich doch mal mehr Auswahl bei Shopping, Kino oder was auch immer haben kann.
    Aber ich finde es so viel schöner etwas ländlicher und Mitten in der Natur zu leben. So ein richtiges Dorfleben wäre für mich vielleicht auch nichts, aber in einer Kleinstadt an den Bergen lässt es sich definitiv sehr schön aushalten.
    Ich freue mich immer wieder, auch wenn ich gerne mal ausbreche, nach Hause zu kommen.

    • Reply beccs@ruhrstyle 8. Mai 2016 at 15:08

      Genau so liebe Christine stelle ich es mir auch vor!

  • Reply Wiebke 22. April 2016 at 17:58

    Liebe Rebecca,
    ich finde mich gerade so sehr in Deinen Worten wieder. Auch ich kenne den Würgegriff der großstädtischen Lebensweise, den Lärm, den man nicht übertönen kann und das ständige Hin und Her der Anderen. Ein lauter reißender Strom, der täglich droht mich mitzureißen.
    Deswegen bin ich auch an den Stadtrand einer Kleinstadt gezogen, um mich mit wenigen Schritten in die stille und kraftschenkende Umarmung der Natur zu flüchten, wenn mir alles zu viel wird.
    Ich mag Deine Art zu denken sehr und finde Deine ungeschönte ehrliche Meinung absolut lesens- und nachdenkenswert und alles immer untermalt mit schönen Fotos.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag.
    Liebe Grüße, Wiebke

    • Reply beccs@ruhrstyle 24. April 2016 at 15:48

      Hallo liebe Wiebke,

      was für ein gelungener Satz:“Ein lauter reißender Strom, der täglich droht mich mitzureißen.“ Wie schön, dass du die Möglichkeit hattest an den Rand der Natur zu ziehen. Wir hoffen auch sehr, dass wir dies bald schaffen. Wie schön muss es doch sein, einfach aus der Tür hinaus zu gehen und nur grün zu sehen!?!

      Vielen Dank auch für deine lieben Worte zu meiner Schreibweise. Es bedeutet mir sehr viel und tut unheimlich gut zu merken, dass meine Texte verstanden und gemocht werden.

      ganz liebe Grüße
      Rebecca

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