Blog Vegan

Das Thema für Diskussionen: Veganismus

10. Februar 2016

zum nachdenken

Es ist immer wieder herrlich eine gute Diskussion zu führen, die sachlich bleibt und im besten Falle zum Nachdenken anregt. Diskutieren macht Spaß und die eigene Meinung zu vertreten stärkt auch das Selbstbewusstsein. In meinem Freundes – und Bekanntenkreis laufen Diskussionen eigentlich immer sehr glimpflich ab, egal ob diese das Thema Politik, Filme, Musik oder Banalitäten wie Frisuren beinhalten. Es gibt nur eine Ausnahme, bei der sehr schnell alles aus dem Ruder gerät.

Das neue Trend-Thema für Diskussionen die durchaus im Streit enden können heißt: Veganismus! Im Grunde sind es auch keine Diskussionen die geführt werden, sobald dieses Thema auf den Tisch kommt, sondern eher eine Aneinanderreihung von Rechtfertigungen, Ausreden, Verurteilungen und boshafter Kritik und erstaunlicherweise eröffnen meistens nicht die Veganer diese Streitrunde, sondern die Fleischesser.

Da sitzt man also als Pflanzenfresser am Tisch und freut sich riesig, dass extra auch etwas veganes auf den Tisch kommt und dann der altbekannte Satz: „Toll, dass du das so durchziehst aber ich könnte das ja nicht. Mir schmeckt Fleisch einfach viel zu gut.“ Schwups, die Möhre ist von der Gabel gefallen! Was nun? Den altbekannten Standardsatz bringen, „das muss ja jeder selber wissen,“ oder vielleicht mal darüber nachdenken, dass man gerade von einem ehemaligen Lebewesen spricht und kontern? Mittlerweile entscheide ich mich fürs kontern…“Naja, weißt du, ich persönlich möchte egal wie lecker dein Steak auch schmeckt, nicht verantwortlich sein, am Tod eines Lebewesens.“ Nun kann man sichtlich das Mundwinkelzucken der am Tisch sitzenden Fleischesser beobachten. Die Wörter Tod und Lebewesen, sind offensichtlich zu viel für das Gemüt meiner Gesprächspartner und der Kampf Veganer gegen Fleischesser ist eröffnet. Nun werden zuerst die Rechtfertigungen über den Tisch geschleudert…“ Ich habe meinen Fleischkonsum schon drastisch reduziert. Ich kaufe nur teures Bio-Fleisch. Ich will keine Mangelerscheinungen bekommen. Schon in der Steinzeit haben die Menschen Fleisch gegessen.“

Meine kopfnickende Teilnahmslosigkeit unterstützt von einem gähnen, welches ehrlich nur an dem Wein lag, der mich müde gemacht hat, wird offenbar als Provokation aufgefasst und somit folgt das Ass im Ärmel: “ Und woher willst du wissen, dass Pflanzen keine Gefühle haben?“ Ich bin ja ehrlich und antworte somit, dass ich das natürlich nicht genau wissen kann, aber das meine Kartoffeln bis jetzt nicht geweint haben und meine Zucchini auch noch nie vor Panik geschrien hat. Tiere tun aber genau das! Sie haben schließlich Gefühle wie wir Menschen und durch ihren ausgesprochen guten Instinkt, spüren sie wenn ihnen der Tod bevorsteht. Ich erkläre, dass ich einfach nicht für dieses furchtbare Leid verantwortlich sein möchte und das gilt auch für das Leid der Menschen, die unter der enormen Fleischproduktion zu leiden haben. Warum wird mir das bloß übel genommen? Und okay, vielleicht bin ich ein brutaler Mörder von Pflanzen, aber soll das ernsthaft die Rechtfertigung sein für den Mord an Tieren?

Immerhin lernt man immer wieder aus diesen Streitrunden, dass die Fleischesser offensichtlich ein Gewissen haben und zwar ein schlechtes, denn keinen anderen Grund gibt es, sich so dermaßen rechtfertigen zu wollen. Mir ist es noch nie passiert, dass ein Fleischesser mir gegenüber gesagt hat, dass es ihm vollkommen egal ist, dass ein Tier für seinen Genuss gestorben ist und das er halt gerne Egoist ist, wenn er dafür nicht verzichten muss. Das wäre zwar ehrlich, aber in der Tat äußerst gemein und gewissenlos.

das Schlachthaus

Fakt ist doch folgendes:

Tiere haben uns nie etwas getan! Wir behaupten, wir könnten richtig von falsch unterscheiden, aber gleichzeitig lassen wir zu, dass jeden Tag unschuldige Lebewesen zum Tode verurteilt werden. Jeder von uns kann dazu beitragen diesen Massakern ein Ende zu setzen. Immer nur davon zu reden, wieviel Mitgefühl wir haben, wie Leid uns doch tut, was auf dieser Welt falsch läuft und wie sehr wir uns wünschen, dass sich etwas ändert, wird aber leider nicht ausreichen, wenn man selbst den Hintern nicht hoch bekommt und anfängt etwas gegen dieses Leid zu tun. Niemand ist ein besserer Mensch, nur weil er davon redet, wie Leid ihm etwas tut,  aber dann keine Taten folgen lässt.Ein Lippenbekenntnis bleibt immer nur ein Lippenbekenntnis!

kroko-Taschen

Veganer hingegen gehen einen wirklich mitfühlenden Weg, denn sie verzichten auf etwas aus reiner Nächstenliebe.  Sie haben Mitleid mit anderen Lebewesen und wollen verhindern, dass es diesen schlecht ergeht.

Und was bitte ist schlecht an diesem Weg? Was ist schlecht daran, keinem Lebewesen Leid zufügen zu wollen?

Was sind Gründe dafür, diesen Weg nicht zu gehen?

Faulheit? Tradition? Gleichgültigkeit? Egoismus?

Wir werden alle vegan geboren und lediglich unsere Erziehung macht uns zu einem Fleischesser.

lebe vegan

 

 

 

 

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13 Comments

  • Reply Rebecca 18. Februar 2016 at 14:36

    Ich bin begeistert. Dies ist wirklich der erste Blog, den ich gefunden habe, auf dem fachkundig und nicht beleidigend über Veganismus geschrieben wird. Ich muss ja gestehen, dass der Anstoß meines Interesses die Schwester meines Freundes war, die vegetarisch lebt und ab und zu gerne vegan isst. Darauf möchte ich mich natürlich einstellen, wenn sie zu Besuch ist. 🙂

    LG aus Brixen Südtirol

  • Reply Esra 14. Februar 2016 at 13:17

    Liebe rebecca, ich seh schon, da werden wir uns wohl nicht einig 🙂 Denn ich denke, dass jede Theorie aus der Praxis entsteht. Eben einzig und allein in der Wissenschaft mag das anders sein. Alle andere Theorien entstehen so: Menschen tun entwas, machen Fehler, lernen dazu, optimieren und geben das Gelernte weiter. So sind die besten Theorien entstanden, weil die Menschen gemerkt haben – ok, wir probierten das und jenes aus, und das uns jenes geben wir weiter, weil es sinnvoll ist.

    Dass der Mensch kein Fleisch essen würde, wenn es dazu nicht erzogen wäre – bezweifle ich sehr!
    Warum nicht einfach leben und leben lassen? Wir Vegetarier hassen es doch auch, wenn Fleischesser anfangen „Wie kannst du nur ohne Fleisch, ich könnte das nie“ etc etc!
    lg
    Esra

    • Reply beccs@ruhrstyle 14. Februar 2016 at 14:02

      Liebe Esra,

      dass wir uns nicht einig werden, denke ich auch 🙂 Allerdings wiedersprichst du dir selbst! Du schreibst: „Menschen tun etwas!“ Doch willst du mir sagen, sie tun es ohne sich vorher Gedanken gemacht zu haben? Also machen wir einfach, ohne abgewägt zu haben, was funktionieren könnte? Und auch, wenn sie etwas optimieren, haben sie doch offensichtlich eine Idee (Theorie), wie es besser funktioniert!?!.

      Und leben und leben lassen ist übrigens eine ziemlich unpassende und reflexartige Floskel, für einen Veganer und Vegetarier! Es geht doch darum, dass man lebt ohne Tiere zu töten! Würde ich diesem Satz von dir zustimmen, würde ich zustimmen, dass es ok ist ein Tier zu töten, so lange es ein anderer und nicht ich selbst mache…ganz nach dem Motto, muss ja jeder selbst wissen. Für mich ist es aber in keinster Weise in Ordnung, wenn ein Lebewesen leiden muss, also wie kann ich der Phrase: leben und leben lassen zustimmen, wenn diese sich aber nicht auf die Lebewesen bezieht, die ja eben nicht am Leben gelassen werden??? Dieser Satz dient lediglich der eigenen Immunisierung gegen Kritik und bringt keinen nutzen, für die wirklich Leidtragenden! Dein Satz soll vielleicht Toleranz vermitteln, aber leider gilt diese Toleranz dann zwar den Fleischessern, aber nicht den getöteten Tier. So könnte es dann besser heißen: Leben und töten lassen!
      Wohlklingende Phrasen sind immer die letzte Zuflucht derer, denen die Argumente ausgegangen sind.
      viele liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Esra 14. Februar 2016 at 1:22

    Liebe Rebecca, doch, ich habe Prinzipien und ich finde Theorien ok, solange sie nicht ÜBER dem Sinnvollen stehen und selber zum Sinn werden. Denn das kann in jedem Bereich des Lebens schnell zum Fundamentalismus führen.
    Was Veganismus mit Wissenschaft zu tun hat? Für mich persönlich – gar nichts! Allerdings sagst DU in deinem Post „Der Mensch kommt vegan auf die Welt“ – und das ist Wissenschaft, die versucht, Veganismus eben wissenschaftlich zu begründen. Und genau das finde ich eben überflüssig und nicht überzeugend – deswegen die ganze Diskussion 😉
    lg

    • Reply beccs@ruhrstyle 14. Februar 2016 at 8:56

      Ich finde sehr gut, dass du disskutierst und deine Meinung äußerst. Ich würde diesen Satz, den ich verwende, jedoch absolut nicht als Wissenschaft bezeichnen, sondern eher meine ich damit, dass wir zu Fleischessern bzw. Menschen, die tierische Produkte verzehren, erzogen werden. Diesen Aspekt finde ich nicht überflüssig!

      Und liegt nicht allem Sinnvollen erst einmal eine gute Theorie zu Grunde, die durchdacht sein muss, um behaubten zu können, dass die Ausführung sinnvoll sein wird?

      liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Esra 13. Februar 2016 at 21:42

    Liebe Rebecca, danke für die Antwort.
    Hm. Ich kenne durchaus Mütter, die das Stillen anhand von gesundheitlicher Probleme als „Ausbeutung“ und Qual empfinden…
    Aber trotzdem. Ich mag keine Prinzipien um Prinzipien willen. Vegan, um niemandem zu schaden? Ok, gut! Vegan, weil irgendwelche Wissenschaften heute das behaupten (und morgen was anderes)? Nein! Mir ist es egal, wie der Mensch von Natur aus ist. Warum sollte mich das auch interessieren? Ich mag nicht, wenn Praxis anhand von Theorien passiert.
    Normalerweise entstehen alle Theorien aus der Praxis, und so sollte es auch bleiben. Nicht umgekehrt.
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

    • Reply beccs@ruhrstyle 13. Februar 2016 at 22:33

      Liebe Esra,

      ich habe selber Kinder und ich konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen und habe für mich entschieden, dass ich es lieber lasse. 🙂
      Sprich, eine Mutter entscheidet selber ob sie stillen möchte oder nicht und wenn es für sie zur Qual wird, kann sie es lassen.
      Vegan um niemanden zu schaden finde ich übrigens mehr als ok und das ist zumindest für mich der Grund, warum ich so leben möchte. Was Veganismus mit Wissenschaft zu tun hat, verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nicht so wirklich, aber vielleicht auch deshalb weil ich keine Wissenschaft daraus mache. Für mich ist es viel mehr ein Akt der Liebe zu anderen Lebewesen und unserer Umwelt.
      Deine Theorie bezüglich der Praxis finde ich ebenso interessant…ABER:
      Liegt nicht jeder Praxis eine Theorie zu Grunde? Ist nicht jeder Gedanke, wie man die Praxis gestalten könnte eine Theorie dafür? Und wohin die momentane Praxis die Menschheit geführt hat, obwohl es viele Theorien dafür gibt wie es besser geht, erkennen wir sehr gut, wenn wir unsere Umwelt betrachten.
      Zu deiner Aussage bezüglich Prinzipien…Hast du also keine?

      liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Steffi 11. Februar 2016 at 9:22

    Es gibt nur diesen einen Weg: vegan. Wer die China-Studie gelesen hat, oder Skinny Bitch, wird nicht mehr in der Lage sein Milchprodukte und Fleisch zu verzehren. Ich verweise gerne auf diese Bücher, ich habe nicht mehr den Nerv mit Ignoranten zu diskutieren. Mit ehrlich interessierten Menschen die Tipps haben möchten jedoch sehr gern.

    LG Steffi / redseconals.com

    • Reply beccs@ruhrstyle 11. Februar 2016 at 14:38

      Es ist wirklich oft sehr anstrengend, wenn immer Diskussionen angefangen werden, die von Ignoranz beherrscht werden. Ich habe schon oft auf Earthlings verwiesen, aber das wollen diese Leute ja dann nicht sehen. Auf jeden Fall werde ich meine Meinung nicht mehr zurückhalten, wenn ich auf das Thema Veganismus angesprochen werde. 🙂

      liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply Esra 11. Februar 2016 at 1:38

    Moooment. Was?? Wir werden vegan geboren???? Also, Muttermilch soll vegan sein??
    Sorry, ich war mit allem einverstanden – bis ich den letzten Satz las. Meinst du das wirklich ernst? ^^
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/

    • Reply beccs@ruhrstyle 11. Februar 2016 at 7:06

      Liebe Esra,

      ich mag dir im Grunde gerne Recht geben, denn eigentlich kann man uns Menschen durchaus auch als Tiere bezeichnen und somit ist Muttermilch natürlich auch nicht vegan. Das Thema ist ist in der Tat äußerst umstritten. Allerdings muss man auch sagen, dass das Säugen der eigenen Spezies eines der natürlichsten Dinge auf der Welt ist. Der Verzehr von Milch einer anderen Spezies hingegen ist nicht natürlich und ebenso auch nicht das Säugen/Stillen über einen gewissen Zeitraum hinaus. Hier auch mal die Definition von vegan: “… soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen soll.”
      Eine Mutter, die sich entscheidet ihr Baby zu stillen, wird dies mit Sicherheit nicht als Ausbeutung und Grausamkeit empfinden. Wie du der Definition nach entnehmen kannst, kann stillen also doch als vegan bezeichnet werden weil:
      a) die Definition von „vegan“ nur mit tierischer Ausbeutung zu tun hat und die pflanzliche Kost lediglich die logische Konsequenz ist

      b) es als Ausnahme so selbstverständlich ist, das sie nicht erwähnt werden muss

      c) es darüber hinaus das Natürlichste und Gesündeste der Welt ist sein Baby zu stillen, genau wie die Tiere ihre Babies säugen.

      liebe Grüße
      Rebecca

  • Reply dorette 10. Februar 2016 at 16:52

    oh, ich kann das nicht so gut, dass ausdiskutieren der essgewohnheiten in der familie. da kommen bei mir dann doch eher so sätze wie „jedem das seine“ aus dem mund. dabei bin ich nur vegetarier mit hang zum veganismus und trotzdem kommt das thema häufig auf.

    interessant finde ich auch, dass selbst einige meiner allerengsten familienangehörigen meine ernährungsgewohnheiten teilweise vergessen, obwohl ich das schon seit jahren so mache. gibts das bei dir auch?

    vg doro

    • Reply beccs@ruhrstyle 11. Februar 2016 at 7:19

      Liebe Doro,
      ich kann dich da gut verstehen. Lange Zeit habe ich mich bei diesem Thema auch zurückgehalten um endlosen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Irgendwann habe ich mir aber immer öfters bewusst gemacht, dass es um Lebewesen mit Gefühlen geht und diese verteitigt werden müssen, denn Tiere sind nicht weniger wert als wir. Außerdem sind es ja meistens nicht die Vegetarier/Veganer, die dieses Thema auf den Tisch bringen, sondern die Fleischesser und somit habe ich dann auch das Recht meine Meinung zu äußern.

      Mittlerweile kennen die meisten meine Essgewohnheit, aber ja, ein paar Ausnahmen gibt es immer wieder. 🙂

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